Psychologisches Schmerztraining

Durch ein psychologisches Schmerztraining kann in vielen Fällen die Lebensqualität von Personen deutlich gesteigert werden, die unter chronischen Schmerzen leiden, für die eine vollständig effektive medizinische Behandlung nicht möglich oder sinnvoll ist. Mithilfe der erlernten Techniken können Schmerzepisoden häufig abgemildert oder abgewendet werden. Andere Techniken helfen beim Umgang in der Akutsituation.

Für wen ist ein psychologisches Schmerztraining sinnvoll?

Alle Formen von Schmerzen müssen zunächst medizinisch gründlich abgeklärt. Handelt es sich um chronische Schmerzen, die eine Dauermedikation notwendig machen oder beim Patienten einen Leidensdruck verursachen, so ist ein psychologisches Schmerztraining sinnvoll. Grundsätzlich ist ein psychologisches Schmerztraining effektiver, wenn der Umgang mit den Schmerzen noch nicht zu verfestigt ist, weshalb ein Schmerztraining möglichst bald nach Auftreten der Schmerzen begonnen werden kann.

Ist eine psychologisches Schmerztraining auch bei Kindern sinnvoll?

Je kürzer chronische Schmerzen bestehen, desto weniger hat sich das Verhalten mit den Schmerzen verfestigt und desto schneller kann ein Training erste Wirkung zeigen. Daher ist ein Training im Kinder- und Jugendalter in jedem Fall sinnvoll. Kinder benötigen für ein derartiges Training eine gewisse Fähigkeit zur Selbstreflexion, die in etwa mit Erreichen des Schulalters hinreichend ausgeprägt ist. Bei sehr jungen Kindern (etwa 5-8 Jahre) muss daher im Einzelfall abgeklärt werden, ob ein psychologisches Schmerztraining bereits sinnvoll ist.

Ist eine psychologisches Schmerztraining auch bei Langzeitpatienten sinnvoll?

Das psychologische Schmerztraining ist auch bei Langzeitpatienten sinnvoll, allerdings ist häufig der Umgang mit den Schmerzen verfestigt bzw. gut erlernt, weshalb eine Änderung dieses erlernten Verhaltens deutlich mehr Anstrengung und Zeit erfordert. Es kann daher deutlich länger dauern, bis die Umsetzung der erlernten Techniken im gleichen Ausmaß gelingt, wie bei anderen Patienten.

Wie funktioniert ein psychologisches Schmerztraining?

Am Anfang stehen ein Erstgespräch und eine psychologische Diagnostik. Dabei wird abgeklärt ob im Einzelfall andere Faktoren vorhanden sind, die im Zuge einer psychologischen Behandlung odes einer Psychotherapie möglicherweise gleichzeitig mitbehandelt werden sollten und ob ein psychologisches Schmerztraining sinnvoll ist.

Im Zuge der Diagnostik erstellt der Klient auch ein Schmerztagebuch, das die Grundlage für das psychologische Schmerztraining bildet. In weiterer Folge werden die psychologischen und biologischen Mechanismen bei der Entstehung von Schmerzen besprochen. Mithilfe von Achtsamkeitsübungen, Entspannungs- und Atemtechniken und Vorstellungstraining können Situation erkannt werden, die zur Entstehung von Schmerzen beitragen und es kann darauf Einfluss genommen werden. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der Umgang mit negativen Gedanken.

Wie lange dauert ein psychologisches Schmerztraining?

Nach Abschluss des Erstgesprächs und der Diagnostik, die häufig 2-3 Einheiten in Anspruch nehmen, folgt das eigentliche Schmerztraining, bei dem in bis zu 10 Einheiten die Techniken zum Umgang mit Schmerzen erlernt werden. Viele Personen fühlen sich danach kompetent im Umgang mit ihrer Schmerzsituation. Manche Klienten nehmen darüber hinaus unregelmäßig psychologische Beratung in Anspruch. Eine Einheit dauert dabei 50 Minuten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel für psychologische Behandlung bzw. Beratung oder psychologische Trainings leider keine Kosten. Im kostenlosen Erstgespräch informiere ich Sie über die entstehenden Kosten. Ich bemühe mich auch in sozialen Härtefällen um eine für alle Parteien machbare Lösung.