Chronische Schmerzen

Fakten

  • In Mitteleuropa erfolgt jeder 3. Arztbesuch auf Grund von Schmerzen

  • Trotz intensiven Forschungsbemühungen ist der Weg in einen chronischen Verlauf für viele Betroffene nicht aufzuhalten

  • ca. 20% der österreichischen Bevölkerung leiden an chronischen Schmerzen

  • Chronische und wiederkehrende (rezidivierende) Schmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Langzeitkrankenstände und vorzeitige Pensionierungen

  • Studien zeigen: Entwickeln Kinder chronische Bauch­- oder Kopfschmerzen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie diese mit ins Erwachsenenalter nehmen wenn keine multidisziplinäre Behandlung erfolgt.

Was ist Schmerz?

Schmerzen sind etwas sehr individuelles. Ob etwas weh tut oder nicht hängt auch von vielen Faktoren ab. Stimmung, Müdigkeit, Aufmerksamkeit, sogar die Kultur in der man lebt oder von der man abstammt beeinflussen die Art und Weise wie Schmerzen wahrgenommen werden. Das erklärt das bio­psycho­soziale Schmerzmodell. Es bedeutet, dass Schmerzen verschiedene Ursachen haben. Nämlich körperliche Faktoren (BIO), Faktoren unseres Verhaltens und Denkens (PSYCHO) und Faktoren, die in der Umwelt und den Menschen und den Beziehungen zu ihnen, die uns umgeben, liegen(SOZIALE).

Schmerzen haben eine wichtige Schutzfunktion.

Schmerzen sind zwar etwas sehr Unangenehmes, aber sie haben einen Sinn. Schmerzen haben nämlich eine wichtige Schutzfunktion für unseren Körper. Sie warnen uns sozusagen vor einer möglichen schweren Schädigung. Wenn man zum Beispiel Zahnschmerzen hat, ist das ein Warnsignal. Wenn man dann schnell zum Zahnarzt geht kann er vielleicht sogar mit einer kleinen Plombe noch einen größeren Schaden beim Zahn verhindern. Eigentlich also etwas sehr Sinnvolles.

Chronische Schmerzen haben ihre Schutzfunktion verloren. Sie sind selbst zu einer Krankheit geworden.

Chronische Schmerzen haben diese Schutzfunktion verloren. Stattdessen sind die Schmerzen selbst plötzlich zu einer eigenständigen Krankheit geworden. Chronische Schmerzen beeinflussen den Alltag oft sehr negativ. Viele Leute ziehen sich dann immer mehr zurück und unternehmen weniger mit ihren Freunden. Erwachsene können dann oft nicht mehr richtig arbeiten und Kinder nicht mehr regelmäßig in die Schule gehen. Ob Schmerzen zu chronischen Schmerzen werden hängt nach dem biopsychosozialen Schmerzmodell von drei Ebenen ab, nämlich der körperlichen, der psychischen und der umgebungsbezogenen Ebene. Deshalb ist es auch wichtig, dass auf alle drei Ebenen geachtet wird, sowohl in der Diagnostik, als auch in der Behandlung. Es gibt auch Risikofaktoren für die Chronifizierung von Schmerzen. Das heißt, wenn bei jemandem gewisse Faktoren zutreffen wird er eher chronische Schmerzen entwickeln als jemand, der diese Faktoren nicht aufweist.