Ablauf einer psychologischen Behandlung bei Schmerzpatienten

Fundierte psychologische Behandlungsmethoden bei Schmerzpatienten

  • Eine Arbeit von Palermo (2010) konnte zeigen, dass in der Behandlung von chronischen Erkrankungen im Kindesalter (sowohl Kopf­ als auch Bauchschmerzen) psychologisch orientierte Interventionen erfolgreich sind. Oftmals werden die folgenden Methoden dabei kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Häufigkeit und die Intensität der körperlichen Symptomatik verringert werden konnte.

  • Für die Wirksamkeit psychologischer Behandlungsverfahren gibt es eine umfangreiche Evidenz (Eccleston et al. 2002, Palermo, Eccleston, Lewandowski, Willimas&Morles, 2010). Als Wirkfaktoren gelten die Psychoedukation, Entspannungsmethoden, kognitive sowie verhaltensorientierte Verfahren.

Psychoedukation

Hier geht es darum, durch Wissen über die Krankheit und den Erwerb von Bewältigungskompetenzen selbstbewusster im Umgang mit der Krankheit zu werden und dadurch weniger Einschränkungen im Alltag zu erleben.

Wirkmechanismen der Psychoedukation:

  • Ungünstige Einstellungen abbauen

  • Ängste durch Wissen und Informationen abbauen

  • Problemlösefertigkeiten vermitteln

Entspannungsmethoden

Wenn man Schmerzen empfindet verspannt sich unser Körper. Das ist eine natürliche Reaktion auf Schmerzen. Durch den gezielten Einsatz von Entspannungsverfahren kann man diesem Vorgang aktiv entgegensteuern. Durch eine Verbesserung der Körperwahrnehmung kann man sein eigenes Anspannungsniveau noch genauer einschätzen und damit schneller mit entsprechenden Entspannungsübungen reagieren. Verfahren, die hier zum Einsatz kommen sind beispielsweise die progressive Muskelentspannung, Imaginationen oder auch das autogene Training.

Kognitive Verfahren

Hier kommen Verfahren zum Einsatz, die helfen negative, eingefahrene Muster im Bezug auf Schmerzen zu erkennen und zu durchbrechen, um somit mehr Einfluss auf die Schmerzen zu nehmen. Die Wahrnehmung der Schmerzen und deren Bewertung nehmen einen großen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit. Daher ist es wichtig, sich dies bewusst zu machen und eventuell Umstrukturierungen der Gedanken zu erarbeiten.

Verhaltensorientierte (operante) Verfahren:

Viele Leute die Schmerzen haben, Kinder und Erwachsene, schonen sich in deren Folge.

Wenn man z.B. mit Rückenschmerzen immer gleich ins Bett legt, dann werden die Schmerzen dadurch auf lange Sicht nicht besser, sondern sogar schlechter. Solche Verhaltensweisen sollen gefunden und durch andere Verhaltensweisen ersetzt werden.